Das Projekt

Aktueller Stand

Das Filmprojekt "Hiwwewiedriwwe" befindet sich aktuell in der Finanzierungsphase.

Interessenten und Förderer können jederzeit Kontakt zu uns aufnehmen (info@hiwwewiedriwwe.com).

Folgend zeigen wir Ihnen einen Ausschnitt aus unserer Projektbroschüre die Sie gerne bei Interesse über unsere E-Mail-Adresse anfordern können.

Hiwwe wie driwwe - Eine Dokumentation über die pfälzische Kultur und Sprache in der Pfalz und in Amerika.

Juli 2017. Ein Volksfest in den USA: das Kutztown Folk Festival. Die Menschen feiern, es gibt Livemusik, Vorträge, traditionelles Essen, Stände mit Dingen die verkauft werden. Wir befinden uns irgendwo in Amerika, doch die Sprache klingt seltsam vertraut. Es ist der Pennsylvania- Deutsche Tag, bei dem sich die Menschen in Pennsylvania an ihre Pfälzer und Kurpfälzer Wurzeln erinnern.

Douglas Madenford

Dort treffen wir Douglas Madenford. Er ist Deutschlehrer, Musiker und YouTuber aus Kutztown und spricht Pennsylvania- Dutch, eine Sprache die auf dem alten Pfälzisch von vor über 200 Jahren basiert und im Laufe der Jahre mit englischen Begriffen erweitert wurde. Doug nimmt uns im Verlauf des Films mit auf eine Spurensuche nach der pfälzer Sprache und Kultur in seiner Heimat und wie auch in der alten Heimat, der Pfalz. Er trifft dabei auf viele Menschen, die ihm auf seiner Spurensuche weiterhelfen. Wie kam die Sprache überhaupt in die USA? Was ist von der pfälzischen Sprache und Kultur in Amerika noch übrig? Und gibt es noch Gemeinsamkeiten? Mit Doug besuchen wir eine Schule, in der die Menschen Pennsylvania Dutch lernen. Auf dem elterlichen Bauernhof finden sich Hinweise auf die Pfälzer Traditionen und in einem Freilichtmuseum lernen wir mehr über die Geschichte der Menschen in Amerika, als sie aus der alten Welt hier ankamen. Wir finden weitere ursprünglich Pfälzer Traditionen und Einflüsse, wie den Groundhog Day, Straßennamen, Gebäude, Begriffe oder Speisen.

Schließlich reist Doug nach Deutschland und findet dort viele Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede zwischen der Pfalz und seiner Pennsylvanischen Heimat. Auf einen Besuch im Auswanderermuseum folgt ein Treffen mit einem Mundart-Künstler aus der Pfalz. Beim Besuch auf einem Bauernhof und einem Saumagen-Restaurant, in dem nach einem der ältesten bekannten Rezepte gekocht wird erfährt er mehr über das typische Pfälzer Leben, das viele Parallelen zum Leben in Pennsylvania aufweist. Seine Reise endet mit einem Auftritt in der Pfalz, bei dem er Lieder aus seiner Heimat auf Pennsylvania Dutch zum Besten gibt.

 

 

Persönliche Motivation

Als wir durch Zufall erfuhren, dass „unsere“ Sprache auch außerhalb der Pfalz gesprochen wird, war war unsere Neugier sofort geweckt. In Gesprächen mit anderen Menschen aus der Pfalz stellten wir fest, dass diese Tatsache kaum jemanden bekannt ist. Aber jeder fand es mindestens genauso spannend wie wir. Grund genug für uns, dieses Thema anzupacken. In den Gesprächen mit Doug stellten wir fest, dass das Interesse an diesem Thema aber auch auf der anderen Seite des Atlantiks groß ist, denn auch dort wissen nur wenige etwas von ihren Pfälzer Wurzeln, geschweige denn, wie das Leben hier so aussieht.

Spurensuche mit Doug

Bei der Recherche zum Thema sind wir auf Douglas Madenford gestoßen. Er ist 36 Jahre alt, hat zwei Kinder und ist Deutschlehrer in Pennsylvania. Er wuchs als Sohn eines Zimmermanns auf einem kleinen Bauernhof mit eigenem Gemüseanbau, der Haltung von Hühnern, Schweinen und Truthähnen in Berks County (PA) auf. Auch seine Eltern sprachen in ihrer Jugend Pennsylvania-Dutch, und so ist auch er als Kind zweisprachig aufgewachsen. In seiner Nachbarschaft gab es Bauern, die ebenfalls Pennsylvania-Dutch sprachen.

Unbenannt-2Heute engagiert er sich sehr für den Erhalt und die Verbreitung der Sprache in den USA. Neben zahlreichen YouTube-Videos in denen er die Sprache erläutert und den Alltag der PA Dutch sprechenden Bevölkerung einfängt, ist er zudem bei der Zeitung „Hiwwe wie Driwwe“ (welche in Pennylvania Dutch verfasst ist) als Co-Editor aktiv. Außerdem gehört er mit Chris LaRose zu einer Zwei-Mann-Band, deren Lieder unter anderem in PA Dutch geschrieben sind. Doug selbst singt, spielt Mandoline und Banjo. Zusammen mit Doug möchten wir auf Spurensuche in Pennsylvania und der Pfalz gehen.

Filmische Form

In ca. 90 Minuten soll auf humorvolle und herzliche Art die Geschichte der Pfälzer in Amerika erzählt werden – eben ganz so, wie Pfälzer nun mal sind. Wenn wir Doug auf der Spurensuche mit einer dynamischen Handkamera begleiten, erfahren wir verschiedene Aspekte der Sprache und der Kultur, hier in der Pfalz und auf der anderen Seite des Atlantiks. Doug ist dabei die Hauptfigur, aus dessen Sicht wir die Geschichte erleben.

Mit Menschen wie Chris LaRose, seinem musikalischen Partner oder Dave Borntrager, einem amerikanischen Auswanderer der Neuzeit, der in der Pfalz seine neue Heimat gefunden hat, tauchen auch weitere Nebenfiguren auf. Gesprochen wird natürlich Pennsylvania Dutch und Pfälzisch, aber auch Deutsch und Englisch, je nach Gesprächspartner. Damit auch Menschen außerhalb des Pfälzischen bzw. Pennsylvania Dutch Sprachraums alles verstehen können, werden wir mit Untertiteln arbeiten.

Somit bleibt die Sprache hörbar. Auf einen Sprecher möchten wir verzichten. Für die historischen Fakten wird unser Experte Dr. Michael Werner, ein pfälzischer Sprachwissenschaftler, in einer Interview- Situation vieles erklären. Um Fakten und Zusammenhänge visuell interessant und spannend zu erzählen, arbeiten wir mit zusätzlichen 2D-Animationen. Einfache Hauptfiguren verdeutlichen das Leben der Auswanderer im Laufe der Jahrhunderte.

Wissenschaftliche Beratung

img_1527_Dr. Michael Werner ist ein Sprachwissenschaftler aus Ebertsheim, der heute in Ober-Olm lebt. Er beschäftigt sich schon seit 1993 mit dem Thema und hat bereits 1996 das Magazin „Hiwwe wie Driwwe“ gegründet, das mittlerweile zweimal jährlich in einer Auflage von 2.500 Exemplaren in Kutztown (PA) erscheint und zusätzlich als Blog im Internet veröffentlicht wird.

Unter seiner Herausgeberschaft veröffentlichen dort Autoren aus Pennsylvania und der Pfalz. Zudem pflegt er seit 1993 ein Deutsch-Pennsylvanisches Archiv mit ca. 1.500 Buchtiteln und mehr als 16.000 pennsylvaniadeutschen Schrifttexten - das ab 2017 sukzessive in den Bestand der Mennonitischen Forschungsstelle Weierhof (Pfalz) überführt wird.

Hintergrund

Im 17. Jahrhundert siedelten sich viele Deutsche in Pennsylvania, einem späteren US-amerikanischen Bundesstaat an. Häufig waren es Protestanten (z.B. Lutheraner, Reformierte, Mennoniten oder Amische). Viele der Auswanderer kamen aus der Pfalz und brachten auch ihre Sprache mit. Über die Jahrhunderte hat sich die Sprache in großen Teilen erhalten und nur wenig mit dem Englischen vermischt.

Daher sprechen die Menschen dort noch heute Pennsylvania Dutch, was dem Pfälzischen immer noch sehr nahe ist. Doch nicht nur aus der Pfalz wanderten die Menschen aus, auch aus anderen am Rhein gelegenen Gebieten, wie der Kurpfalz, Rheinhessen oder Baden. Der Rhein war damals die einzige Möglichkeit günstig nach Amsterdam und von dort in die USA zu kommen. Das ist auch ein Grund, warum z.B. kaum Bayern auswanderten.

Nach dem ersten Weltkrieg gab es einen Bruch, da es zu dieser Zeit in Amerika nicht erwünscht war, Deutsch zu sprechen. Allerdings besinnt sich die heutige Generation zunehmend auf ihre Wurzeln und will mehr darüber wissen, woher die Kultur und die seltsame Sprache, die der Großvater noch spricht, kommt. Schätzungen zufolge sprechen heute ca. 400.000 Menschen in Amerika Pennsylvania Dutch. Davon gehören ca. 80% den sehr konservativen Old Order Amish oder den ebenso konservativen Old Order Mennonites an. Beide Gruppen benutzen zur Fortbewegung noch Kutschen, weil sie bestimmte moderne Techniken ablehnen. Jedoch gibt es noch einige 10.000 Amerikaner zwischen 65 und 90 Jahren, die in ihrer Jugend zweisprachig aufgewachsen sind, aber sonst wie normale Amerikaner leben. Zum Vergleich: In der Pfalz (und angrenzenden Gebieten wie Kurpfalz, Südhessen, Rheinhessen, Kraichgau, dem nördlichen Elsass und Lothringen) leben ca. 1.500.000 Menschen, die Pfälzisch sprechen.

Doch nicht nur in Pennsylvania gab es Pfälzer. Auch in anderen Teilen Amerikas siedelten sich viele Pfälzer an. Unter anderem auch in New York, wo zwischen 1884 und 1917 die Zeitung „Der Pfälzer in Amerika“ von Auswanderern aus Edenkoben herausgegeben wurde. Auch heute leben noch viele Menschen mit Pfälzer Wurzeln in New York.

Weiter Infos auf Anfrage

Eine weiterführende Ausführung unseres Projektes erhalten Sie gerne auf Anfrage.